Qualitätsbericht Rettungsdienst vorgelegt

25. Oktober 2015 ►

Die "Stelle zur trägerübergreifenden Qualitätssicherung im
Rettungsdienst Baden-Würtemberg" (SQR-BW) hat den landesweiten Bericht für 2014 vorgelegt. SQR-BW wurde mit dem Ziel geschaffen, mit Hilfe von Qualitätsindikatoren die Qualität im Rettungsdienst im Land möglichst umfassend messbar und vergleichbar zu machen.

Unter anderem kommt der Bereicht zu folgenden Konklusionen:
1. Kapnometrie/Kapnographie: Der Anteil kapnometrisch
bzw. kapnographisch überwachter Intubierter ist mit 72 % entschieden zu gering.
2. Blutzucker: Die Blutzuckermessung bei Bewusstseinsstörung erfolgt nur bei 74 % der Patienten, ein deutlich höherer Anteil ist anzustreben.
3. Leitliniengerechte Versorgung von Polytraumata: Die leitliniengerechte Versorgung von Polytraumata erfolgt nur in 50% der Fälle. Insbesondere die HWS-Immobilisation bei bewusstlosen Patenten und das Legen eines parenteralen Zugangs erfolgen nicht in den erwarteten 100% der Einsätze.
4. Myokardinfarkt: Auch bei der leitliniengerechten Versorgung von Patenten mit ST-Hebungsinfarkt ist ein Ergebnis von 49 %
nicht akzeptabel. Dass in fast jedem vierten Fall kein 12-Kanal-EKG geschrieben wird und in fast einem
Drittel keine Antikoagulanzien verarbreicht werden, sollte sowohl hinsichtlich der Versorgungs- als auch der Dokumentationsqualität analysiert und verbessert werden.

In NRW wurde im §7a des neuen Rettungsgesetzes die Grundlage zur Schaffung einheitlicher Qualitätsindikatoren im Land geschaffen. Eine Arbeitsgruppe des Gesundheitsministeriums soll hierzu eingerichtet werden. Das Landesweite Qualitätsmanagement wird einer der Diskussionspunkte mit dem Ministerium beim Berufspolitischen Tag der AGNNW-Jahrestagung am 22.Januar 2016 in Köln sein.

Der BW-Bericht steht kostenlos online zur Verfügung:
http://www.sqrbw.de/90.php

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